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Kelis - Flesh Tone
Label: Interscope | Vertrieb: Universal | VÖ: 28.05.2010 | Format: CD |
Genre: Rock / Dance
von Moe

Vier Jahre Auszeit und Babypause sind verstrichen seit den letzten erfolgreichen Dancehits von Kelis. Die Dance-Klassiker "Milkshake" und "Trick Me" liefen Mitte des letzten Jahrzehnts in den Clubs rauf und runter. Seit Mai 2010 ist nun ihr neues Album "Flesh Tone" im Radio und den Clubs zu hören. Erschienen ist das Album auf dem Label von will.i.am., die erste Singleauskopplung "Acapella" wurde in den Studios von David Guetta aufgenommen. Diese bekannten Namen lassen bereits erahnen: Kelis hat sich für die Produktion des Albums keineswegs mit zweitklassigen Künstlern und Produzenten zufrieden gegeben. Selbst sagt sie über "Flesh Tone": „Mir war von Anfang an klar, dass es dieses Mal eher in Richtung Elektro gehen musste. (…) Aber mir fielen immer wieder neue Dinge ein und selbst während der Aufnahmen änderte sich die Richtung permanent. Unterm Strich ist dabei ein Sound entstanden, der definitiv nach Electro- und Dance-Musik klingt und einfach nur extrem eingängig und tanzbar ist.“ Mit New-Age-Disco oder Future-Disco versucht wiederum das Label die Musik zu umschreiben.



Zur CD selbst: Diese Erklärungsversuche treffen erstaunlich gut auf den tatsächlichen Kelis Sound zu. In den Staaten kann das Album mit besten Chartplatzierungen und Verkaufszahlen punkten. Inhaltlich werden die Songs, ganz unpassend zum Dance Sound, von ihren Erfahrungen des Mama-Werdens dominiert. Auch die Trennung nach vierjähriger Ehe von dem Rapper Nas hat den Charakter der Sängerin reifen lassen. Die - mit gerade mal neun Songs etwas zu kurz geratene Produktion - kann als Konzentrat beschrieben werden: Die Lebenserfahrung einer außergewöhnlichen Künstlerin trifft auf den Input der gefragtesten Club-Hit-Produzenten dieser Zeit. Neben will.i.am. haben sich noch fünf - sicherlich erfolgreiche, mir aber vollkommen unbekannte (nicht wirklich meine Musikrichtung) – Produzenten in die einzelnen Songs eingebracht. So kommt es, dass das Intro (Burns) nach 80er Jahre Dance klingt, der Track Scream (David Guetta) nach Pop-Techno und Brave (Benny Benassi/will.i.am) nach klassischem House. Insgesamt präsentiert Kelis (selbst für einen Electro-Laien wie mich) eine relativ große Bandbreite verschiedener elektronischer Stilrichtungen.

Anspieltipps:
2. "22ND Century"
6. "Scream"

Fazit: Alle Clubgänger werden längst mehr von der Platte gehört haben, als die im Radio zum Erbrechen gespielte Singleauskopplung "Acapella". Selbst als Fan von Live-Musik und Gelegenheits-Clubgänger kann ich die Platte ohne Probleme durchhören. Falls es die Schublade „anspruchsvolle Popmusik/Dance/Electro“ überhaupt geben sollte, lässt sich "Flesh Tone" dort ganz gut reinschieben. (Moe)

(Gesamtspielzeit: 9 Tracks, ca. 38 Minuten)
Für Fans von ..
Black Eyes Peas, will.i.am, David Guetta, Paul Kalkbrenner, Lady Gaga, Christina Aguilera, Faithless,